Laufberichte: Honolulu Marathon 2011
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11.12.2011 Honolulu - der etwas andere Marathon Start in der Dunkelheit um 5:00 Uhr am Morgen mit spektakulärem Feuerwerk. Laufbericht von Klaus Lenzen |
Start um 5:00 Uhr am Morgen, 90 % Luftfeuchtigkeit, eine durchschnittliche Finisherzeit von 5:55 Stunden, der letzte Teilnehmer ist nach 14:13 Stunden im Ziel, der jüngste Starter elf Jahre alt und ein Frauenanteil von fast 50 % - das sind die herausragenden Merkmale dieses ungewöhnlichen Marathons. |
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4:55 Uhr, das in den USA obligatorische Abspielen der Nationalhymne, wir haben nicht mitgesungen, es fehlte die Textsicherheit. Und dann mit dem Startschuss ein Feuerwerk in den nächtlichen Himmel, eigentlich schön anzuschauen, allerdings galt es sich dann schon auf das Loslaufen, Ausweichen, Überholen und Überholt werden zu konzentrieren Wie überall auf der Welt, herrscht in der Anfangsphase eines Marathons "reger Betrieb", kann es lange dauern, bis ein "unbeschwertes" und ungehindertes Laufen möglich ist. |
Vorbei am Ala Mona Shopping Center mit seiner bunten, sehr weihnachtlichen Dekoration. Noch sind die allenthalben zu hörenden Klänge vom „Winterwonderland" und „White Christmas" nicht zu vernehmen - bei 25 Grad unter Palmen war das in den letzten Tagen schon sehr gewöhnungsbedürftig. Marianne aus Bochum fliegt an mir vorbei. Holla, ist die schnell unterwegs – sie ward nicht mehr gesehen. Am Ende wird sie mit einer neuen Bestzeit in phänomenalen 3:31 finishen, als Siegerin der W55 und im Gesamteinlauf der fast 10000 Frauen auf Platz 43! |
Habe den Puls fest im Blick, alles im grünen Bereich, nur die hohe Luftfeuchtigkeit macht mir zu schaffen. Auf der Prachtmeile am Waikiki-Strand feuern uns erstaunlich viele Zuschauer zu so früher Morgenstund an, aber die zahlreichen Hotels sind ja auch nicht weit. Der gefürchtete Anstieg am Diamond Head Krater fühlt sich gar nicht so schlimm an, aber wir sind ja gerade erst am Anfang und wir sehen ihn auf dem Rückweg ja gewiss noch wieder. Zuschauer am Straßenrand sind jetzt nur noch vereinzelt zu sehen. Ein Mitstreiter bedankt sich bei jedem Einzelnen für sein Kommen, ob er das bis zum Schluss durchgehalten hat? |
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Sonnenaufgang Bei der Hälfte des Rennens überholt mich Andreas aus Grevenbroich, er hat mich nicht erkannt. Er wird in seinem ersten Marathon eine Punktlandung hinlegen: 3:59. Respekt! Dann vernehme ich irgendwas mit „Heimat", mit „Ratingen" – es ist Gerd aus Duisburg, ruft es mir im Vorbeilaufen zu. Auf der Pendelstrecke fliegen mir auf der Gegenseite die Eliteläufer entgegen. Sie sind schon weit jenseits der 30 KM, da wäre ich jetzt auch gerne. Der Puls passt immer noch, aber ich werde immer müder, immer langsamer. Viel zu früh.. Allmählich geht über dem Pazifik die Sonne auf, schön anzuschauen, aber ich bin doch zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Für einige Fotos reicht die Kraft aber dennoch, dafür habe ich die Kamera ja mitgenommen. |
Meile um MeileIrgendwann bin ich dann auch auf dem Rückweg, mir kommen unzählige Läufer entgegen, aber eigentlich sind es jetzt schon Walker. „You are looking strong" – nett gemeinte Aufmunterung, leider stimmt diese Einschätzung ebenso wenig, wie das heimatliche „ Du siehst gut aus!". Ich schaue nicht mehr auf die Uhr, sehne mich dem Ziel entgegen und fotografiere jetzt die Meilenschilder, das lenkt ab. 24, 25.. so eine Meile ist verdammt lang. (1 Meile = 1.609344 Kilometer) |
„Wo liegt eigentlich Ratingen"- ruft mir jemand zu. Keine Sorge, ich habe nicht „near Cologne" geantwortet. Ich denke, mein Landsmann konnte auch Düsseldorf zuordnen. Dann wieder der Anstieg zum Diamond Head, jetzt ist er sehr viel steiler und viel, viel länger.. Ich muss gehen, zum ersten Mal seit meinem Marathon-Debüt vor fast 25 Jahren. Mir war bewusst, dass es ein schwieriger Marathon werden würde, konnte ich doch im Vorfeld in keinster Weise „adäquat" trainieren und jetzt funktioniert folgerichtig der Fettstoffwechsel nicht mehr. Bei jedem anderen Marathon wäre ich nicht angetreten, aber hier... ![]() Zielgerade Werde von vielen Läufern überholt, aber zum Schluss sollten dann doch nur gut 2000 vor mir im Ziel sein. Irgendwie ging es dann doch „laufend" weiter, entdecke das Schild „1k to go". Die unendlich lange Zielgerade im Kapiolani Park will nicht enden, aber dann doch der Zieleinlauf. Nehme die 4:19 zu Kenntnis. Bin erschöpft und ein wenig bedrückt, dass ich mich „hintenraus" hab so anstrengen müssen, aber dann werde ich von einer hübschen Hawaiianerin empfangen. Sie hängt mir eine Muschelkette um, dafür hat sich doch alle Mühe gelohnt! |
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| So nach und nach treffen die Mitstreiter aus Alis-Reisegruppe ein. Gert aus Leipzig, Michael aus Ingolstadt, Manuela und Holger aus Göttingen, Karin aus der Schweiz und Waltraud und Hansjürgen aus Frankfurt.
Honolulu war schon ein besonderer, ein „anderer" Marathon, mit hohem Erinnerungswert. Und bald werde ich ihn „verklären" und die nicht so schönen Momente verdrängt haben. Dabei werden mich das farbenfrohe Finisher-Shirt und die eindrucksvolle Finisher-Medaille sicherlich unterstützen. ![]() |
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Meile um Meile









