Sightseeing durch Florenz mit Joey, oder ich kann auch langsam wenn ich will
Am Samstag, dem 26.11.2011 war es endlich soweit. Viele Trainingskilometer mit den Lauffreunden lagen hinter mir. Zunächst also ab in den Zug von Düsseldorf nach Frankfurt. Am Flughafen trafen Anja und ich noch auf Thomas, den Marketingmann und Laufkollegen von dimension data, dem Unternehmen, welches seinerzeit diesen Preis beim 1. Hessentagsmarathon in Oberursel ausgelobt hatte. Um 09:10 Uhr hob unser Flugzeug ab und knapp 80 Minuten später landeten wir bereits in Florenz. Hier erwartete uns ein strahlend blauer Himmel mit Sonnenschein und bis Mittag lag die Temperatur bei 16 Grad.
Am Flughafen nahmen wir dann den vorbestellten Shuttlebus zum Hotel. Da unser Zimmer noch nicht bezugsfertig war nutzten wir die Zeit und fuhren mit einem Linienbus zur Marathonmesse um meine Startunterlagen abzuholen. Im Bus waren neben zahlreichen Schülern auch jede Menge Menschen mit Trainingskleidung und Laufschuhen. Wir hörten verschiedene Sprachen und als die Masse an sportlich gekleideten Menschen ausstieg wussten auch wir, daß wir an dieser Station wohl ebenfalls aussteigen müssen um zur Marathonmesse zu gelangen.

Hier herrschte bereits ein reges Treiben, zählt doch der Florenzmarathon mit seinen in diesem Jahr über 10.000 reinen Marathonstartern aus 62 Nationen mittlerweile neben Rom zum zweitgrößten italienischen Marathonwettbewerb. Diese hohe Teilnehmerzahl ist absoluter Teilnehmerrekord. Nachdem wir auf der Messe die Startunterlagen abgeholt, und uns so ziemlich alles angeschaut hatten, fuhren wir mit dem Linienbus wieder zurück zum Hotel und bezogen unser Zimmer. Den späten Nachmittag und Abend verbrachten wir in der Stadt, stärkten uns, vor allem natürlich ich, mit jeder Menge Pasta, und kehrten dann wieder zum Hotel zurück. Ich wollte mir nicht schon am Samstag die Füße platt laufen bei dem Überangebot an Kultur. Die Nacht war ruhig, das große Hotelbett äußerst bequem und von Aufregung noch keine Spur. Joey reiste am Samstag erst so gegen 22:30 Uhr aus Frankfurt an, hatte er doch noch einen Geschäftstermin vorher wahrzunehmen. Er ist halt nicht nur Ultra-Ausdauersportler sondern auch Geschäftsmann, Buchautor etc.
Am Sonntagmorgen war es nun vorbei bei mir mit der Ruhe und Gelassenheit. Um 06:30 Uhr klingelte der Wecker denn ab 07:00 Uhr gab es Frühstück. Der Frühstückssaal war rappelvoll mit Läufern. Ich aß meine obligatorischen zwei weichen Brötchen mit Marmelade, trank eine Tasse Tee und ging wieder auf das Zimmer um noch etwas Ruhe einkehren zu lassen. Für 08:00 Uhr war dann gemeinsamer Abmarsch vom Hotel zum Start geplant. Im Hotel trafen wir dann auch zum ersten mal auf Joey. Hallo, shake hands und ein bisschen erzählen, denn unter Läufern ist man nie sprachlos, und so zogen wir kurz nach 08:00 Uhr bei gefühlten 6 Grad den Massen an Läufern Richtung Start hinterher. Thomas hatte angekündigt die ersten 21 Kilometer auf jeden Fall mitzulaufen. Alles was danach kam wollte er mal schauen. Er musste ja auch noch ein paar Fotos schießen. Joey und ich hatten ja die komplette Strecke gebucht, für uns gab es demnach nichts kürzeres. Der Startbereich lag in der Innenstadt am Ufer des "Arno". Wir reihten uns im Startbereich für die 4:30 Stunden Läufer ein, schließlich waren wir nicht auf der Flucht sondern zum Sightseeing und erzählen angetreten und um 09:15 setzte sich das Läuferfeld etappenweise in Bewegung.
Die ersten 15 Kilometer ging es auf ein paar Hauptstraßen etwas aus der Stadt hinaus. Wir liefen ein paar Schleifen durch den großen "Parco delle Cascine", dann wieder weiter entlang des "Arno". Ab Kilometer 30, hier war auch der ulimative Verpfelgungsbereich mit allem was dem Läufer so schmeckt, ging es wieder Richtung Innenstadt und vorbei an den Sehenwürdigkeiten und schönsten Plätzen von Florenz wie z. B. Florentiner Dom, Uffizien, Piazza della Signoria, Ponte Vecchio usw. Der Zieleinlauf auf der Piazza Santa Croce war dann der krönende Abschluß.
Ich habe während einer solch langen Strecke noch nie soviel erzählt und auch gegessen wie bei diesem Lauf. Wenn im Zielbereich eine Waage gestanden hätte,................... mein Kampfgewicht wäre höher gewesen als zu Beginn des Laufs. Die Temperatur pendelte sich während der Veranstaltung bei optimalen 15 Grad ein.

Joey ist wirklich ein prima Kerl. Ich habe mich "über Gott und die Welt" mit Ihm unterhalten. Keiner der in High Tech Klamotten an den Start geht. Er würde bestimmt gut zu uns in die Truppe passen. Florenz zusammen Seite an Seite mit Joey Kelly zu laufen, war für mich ein unvergessliches Erlebnis. Mal sehen, vielleicht ist ja auch irgendwann einmal ein bisschen mehr drin, als "nur" die reine Marathonstrecke zu laufen. Für mich war es komplett neu, von der reinen Zeit her solange zu laufen, aber auch dieses hat prima geklappt. Das Deo hätte ich mir sparen können :-)
Übrigens: Thomas ist die kompletten 42,195 KM mit uns gelaufen. Er war jedoch reichlich fertig im Ziel.
Jetzt mache ich noch ein paar Tage Pause und dann freue ich mich wieder auf die nächsten Läufe mit Euch allen.
Bis dahin.
Liebe Grüße vom Alexander und Grüße von Joey an das komplette Team.

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