Laufberichte: Berlin Marathon 2010
![]() |
Regenwetter und ein Date verpasst Berlin Marathon 2010 – „farblos" und dennoch bunt! Es ist ein Erlebnismarathon, der in Deutschland, gerade mit diesem internationalen Flair einmalig ist. Ich kann Euch nur empfehlen, dort einmal zu starten. |
![]() Berlin, der 26.September Sonntagmorgen 9 Uhr, 10 Grad, Dauerregen, alles grau in grau. Irgendjemand hat der Stadt die Farbe abgedreht, aber dennoch ist sie bunt und voller Leben. Ich nehme eine beeindruckende Sprachenvielfalt unter den erwartungsfrohen Läufern war, wie bereits am Vortag. Beim Frühstückslauf vom Schloss Charlottenburg bis ins imposante, geschichtsträchtige Olympiastadion und auf der Marathonmesse auf dem denkwürdigen Flughafen Tempelhof kam gefühlt wohl jeder zweite Teilnehmer aus dem Ausland. Und damit lag ich nicht falsch. Die offizielle Statistik der 40.945 Teilnehmer bestätigt dies eindrucksvoll. Die Läufer kamen aus 122 Ländern, davon „nur" 19093 aus Deutschland. U.a. 5000 Dänen, 3500 Briten, 3000 Franzosen, 2000 Italiener und 1500 Niederländer zeigen, dass der Berliner Marathon wahrlich ein internationales Event ist und so habe ich es auch empfunden. Und es sind ausschließlich Marathonläufer am Start, Staffelläufer kennt man dort nicht und für den Halbmarathon gibt es eine Veranstaltung im Frühjahr – mit über 20.000 Startern... |
![]() |
Bei diesem nach New York und London drittgrößten Marathon der Welt ist natürlich eine ausgefeilte Logistik gefragt und das haben die Berliner gut gelöst. Startnummernausgabe, Kleiderbeutelabgabe, Zuführung zu den Starblöcken, alles kein Problem. Der Blick vor dem Start auf das riesige Teilnehmerfeld ist schon sehr beeindruckend, Läufer soweit das Auge reicht. Nach dem Startschuss passiert erst mal gar nichts.. Obwohl nur so 3 – 4 Tausend Läufer vor mir gestanden haben, habe ich fast 3 Minuten bis zur Startlinie gebraucht, allerdings war im letzten Startblock deutlich mehr Geduld angesagt. Da kann es auch schon mal 20 Minuten dauern. Obwohl die Berliner Straßen oft breit, sehr breit sind und sich die Läuferschar eigentlich gut verteilt, konnte ich so erst ab KM 10 frei laufen. Bis dahin waren Tempowechsel, Geduld und dann und wann ein Slalomlauf angesagt. Weiter hinten ist das Läuferfeld oft so dicht, dass man auf den ganzen 42 KM nie „alleine" ist. |
Die Stimmung an der Strecke hat natürlich unter den widrigen Wetterbedingungen gelitten. Es bedarf schon viel Enthusiasmus bei „ Wind und Wetter" stundenlang am Streckenrand zu stehen. Aber die Berliner haben sich wirklich Mühe gegeben und an vielen Stellen entwickelte sich ein eindrucksvoller Geräuschpegel. Leider ist auch so manche Sehenswürdigkeit im tristen Grau untergegangen und so bin ich „ plötzlich" an der Gedächtniskirche vorbeigelaufen, bei KM 35.. Das Brandenburger Tor kurz vor dem Zieleinlauf habe ich natürlich wahrgenommen, war aber froh es bald geschafft zu haben. Im Ziel galt es so schnell wie möglich den Weg zum Kleiderbeutel zu finden, denn es war immer noch „uselig". Der riesige Platz vor dem Reichstag, eigentlich ein idealer Ort um nach dem Lauf zu verweilen, das alkoholfreie Bier zu genießen und auf Mitstreiter zu warten, ideal bei 20 Grad und Sonnenschein. An diesem Sonntag wird bei Vielen allerdings der Gedanke an eine heiße Dusche im Vordergrund gestanden haben |
Aber dennoch, Berlin war, mal wieder, eine Reise wert. Es ist ein Erlebnismarathon, der in Deutschland, gerade mit diesem internationalen Flair einmalig ist. Ich kann Euch nur empfehlen, dort einmal zu starten. Es muss ja nicht „sofort" sein, denn ein solches Wetter soll dort es nur alle 10 Jahre geben. |
Soweit mein Erlebnisbericht, obwohl, ich bin Euch ja noch meine sportliche Bilanz „schuldig". Nachdem ich die, vor dem Start alles entscheidende Frage „ was ziehe ich an?" rückblickend betrachtet gut gelöst hatte, bin ich das ganze Rennen natürlich pulsgesteuert gelaufen. Für mich stand im Vordergrund den Lauf ohne muskuläre Problem zu meistern, nach dem ich in diesem Jahr schon 2x nicht durchlaufen konnte. Bin im „Marathonwohlfühltempo", konstant 5 Schläge unter dem ansonsten für mich üblichen Marathonrenntempopuls gelaufen. Schneller wollte ich nicht und ich es hätte an diesem Tag auch auf Dauer nicht gekonnt. Das Tempo fühlte schneller an, war es aber nicht und dann macht es keinen Sinn irgendwelchen „Traumzeiten" hinterherzulaufen, das geht nicht gut. So war ich froh und dankbar ohne Probleme ins Ziel gekommen zu sein- und mit den 3:26:35 kann ich gut leben. Schade war nur, dass ich ein "Date" bei KM 40 verpasst habe. Ich hatte mich dort mit Juttas Schwester Birgitt verabredet, die dort als unermüdliche Helferin am Getränkestand im Einsatz war. Ich hab sie „in der Eile" übersehen, wie konnte das passieren? Liebe Birgitt, beim nächsten Mal passe ich besser auf. Versprochen!! |
| Text/Fotos: Klaus Lenzen |
mal wieder, eine Reise wert































































































































